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Gesetzesänderungen 2007 – Überblick » Finanzberater Aktuell
Gesetzesänderungen 2007 – Überblick

04.Januar 2007 @ 03:02 Allgemein

Pünktlich zum 1. Januar 2007 treten einige mehr oder weniger gravierende Gesetzesänderungen in Kraft. Hier eine kurze Übersicht:

 Mehrwertsteuererhöhung von 16% auf 19%

Die wohl gravierendste Änderung mag vielen in Zeiten eines leichten wirtschaftlichen Aufschwungs unpassend erscheinen, aber wenn wir einen Blick zu unseren Nachbarn werfen, liegen wir mit 19% immer noch im Mittelfeld. Außer in Spanien liegt der Mehrwertsteuersatz innerhalb der EU in nahezu allen Ländern bei 19%, in einigen Ländern sogar bei 20, 21 oder gar 25%.

Wichtig: Die Erhöhung der Mehrwertsteuer gilt auch bei Anzahlungen oder Vorrauszahlungen bereits vor dem Stichtag 1.1.2007 und muss auch in 2006 bereits mit 19% berechnet werden, denn: Das Rechnungs- oder Zahlungsdatum spielt keine Rolle, ausschlaggebend ist AUSSCHLIESSLICH der Zeitpunkt der Lieferung oder Leistung! Bei Teilleistungen entscheidet der Zeitpunkt, zu dem die Teilleistung erbracht worden ist, mit welchem Steuersatz gerechnet werden muss. 

 

Erhöhung Regelsatz der Versicherungssteuer von 16% auf 19%

Zum 1.1.2007 wird der Regelsatz der Versicherungssteuer von 16% auf 19% erhöht, Feuerversicherungen von 11% auf 14%, Gebäudeversicherungen mit Feueranteil von 14,75% auf 17,75% und Hausratversicherungen mit Feueranteil von 15% auf 18%.

Obwohl nicht auf alle Versicherungen eine Steuer erhoben wird (Lebens- und Krankenversicherungen sind befreit), dürfte diese Steuerhöhung für alle Verbraucher mit höheren Kosten verbunden sind. Da hilft es auch nicht, die Beitragsrechnungen bereits in 2006 zu zahlen oder in 2006 noch schnell einen Mehrjahresvertrag abzuschliessen: Die Versicherungssteuer richtet sich exakt nach dem Jahr, für das sie gezahlt wird.
 

Entfernungspauschale erst ab dem 21. Kilometer

Die Entfernungspauschale ist/war für viele Arbeitnehmer häufig der Grund für eine Steuerrückzahlung, seit dem 1.1.2007 kann diese erst ab dem 21. Kilometer als Werbungskosten angesetzt werden. Die Änderung ist für viele Arbeitnehmer gravierend, ein realistisches Rechenbeispiel:

Der Arbeitnehmer wohnt 30 Kilometer von seiner Arbeitsstätte entfernt, er legt diese Strecke 240x im Jahr zurück.

Werbungskosten absetzbar 2006: 240 Tage x 0,30 EUR x 30 KM = 2160,- EUR.

Werbungskosten absetzbar 2007: 240 Tage x 0,30 EUR x 10 KM = 720,- EUR.

Betrachtet man diese Zahlen unabhängig vom Arbeitnehmerpauschbetrag, stellt man schnell fest, daß man je nach persönlichem Einkommenssteuersatz einen jährlichen Einkommensverlust von einigen hundert Euro zu verzeichnen hat.

 

Senkung des Sparerfreibetrages

Der Sparer-Freibetrag wurde zum 1.1.2007 von bisher 1370,- EUR auf 750,- EUR reduziert, zusammen veranlagte Ehegatten erhalten einen gemeinsamen Sparer-Freibetrag in Höhe von 1500,- EUR. Wer einen Blick in die Vergangenheit wirft, stellt fest, daß der Sparer-Freibetrag seit 1999 um knapp 75% reduziert worden ist. (Sparer-Freibetrag für Ledige 1999: 3068 EUR)

 

Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer

Ab 2007 werden Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer nur noch dann als Werbungskosten berücksichtigt, wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen/beruflichen Tätigkeit bildet. Weiterhin als Werbungskosten absetzbar sind hingegen Arbeitsmittel (PC, Fachliteratur, Schreibtisch, etc.)

 

Neue Altersgrenze beim Kindergeld

Die Altersgrenze für den Bezug von Kindergeld bzw. die Gewährung von Freibeträgen für Kinder wurde gesenkt. Ab dem Geburtsjahrgang 1983 vom 27. auf das 25. Lebensjahr, für Kinder des Geburtsjahres 1982 auf das 26. Lebensjahr.

 

Etwas positives: Reduzierung des Beitragssatzes zur Arbeitslosenversicherung

Trotz all der negativen Meldungen gibt es auch positives zu berichten, so sinkt der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung von 6,5% auf 4,5%, eine weitere Absenkung auf 4,2% ist in Planung. (Und dürfte angesichts des Rekordüberschusses der BA im 2stelligen Milliardenbereich ruhig noch großzügiger ausfallen) Selbst mit Blick auf die Erhöhung der Rentenversicherung um 0,4% und der Krankenkasse-Beiträge im Schnitt um 0,7% kann sich der Arbeitnehmer um ein etwas höheres Nettoeinkommen freuen. Dies dürfte dann aber von den Mehrkosten durch Mehrwert- und Versicherungssteuererhöhung wieder aufgefressen werden.

-hr-


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