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Subprime Hypothekenkrise in einfachen Worten erklärt » Finanzberater Aktuell
Subprime Hypothekenkrise in einfachen Worten erklärt

12.August 2007 @ 04:37 Finanzen

Seit geraumer Zeit berichten die Medien über die Krise am Subprime-Markt in den USA, mittlerweile sind auch deutsche Kreditinstitute betroffen, vorneweg die Düsseldorfer IKB, aber auch die WestLB und sogar die weltweit größte Bank, die Citigroup, haben ordentlich Federn gelassen. (Letztere hat in den letzten Wochen knapp 500 Millionen Dollar im Kreditgeschäft verloren)

Viele Deutsche fragen sich jetzt, wieso ausgerechnet der amerikanische Hypothekenmarkt (für zweitklassige Hyptheken) solche Auswirkungen auf Dax und Co haben kann?

Ganz einfach…

In den letzten Jahren wurden in den USA massig Kredite für Immobilien als sogenannte subprime mortages (zweitklassige Hypotheken) vergeben, wobei zweitklassig bedeutet, daß die Kreditnehmer keine erstklassige Bonität beispielsweise wegen Insolvenz, Zwangsversteigerung o.ä. verfügen.

Die durch die zweitklassigen Hypotheken finanzierten Immobilien gewannen ständig an Wert und wurden als Sicherheitsleistung bei Zahlungsunfähigkeit betrachtet. Die Kreditgeber vergaben immer mehr Kredite und bündelten schliesslich Ihre Forderungen in Form von Anleihen, die von Hedge Fonds, Banken und Versicherungen gehandelt werden können. Da diese Anleihen höhere Wertzuwächse (teilweise zweistellige prozentuale Wertsteigerungen) aufweisen konnten als beispielsweise sichere Staatsanleihen, sind viele große Investoren auf diesen Zug aufgesprungen.

Alles war gut, bis plötzlich…

Die Immobilienpreise in den USA einbrachen, die Kredite waren/sind nicht mehr vollständig durch die Immobilien gedeckt, die Anleihen auf die Subprime Mortages verloren massiv an Wert. Eigentlich nur halb so wild, sollte man meinen…

Doch die Börsenwelt ist wie eine Herde Lemminge, wenn einer verkauft, machen es ihm alle nach. So auch hier, niemand möchte mehr Anleihen auf Subprime Mortages kaufen, große Hedgefonds hingegen sind zum Verkauf gezwungen – und so haben die Banken und Großinvestoren mal eben einige hundert Millionen Dollar in den Sand gesetzt.

Was kommt noch?

Genau kann das niemand sagen, aber viele Experten prophezeihen einen Domino-Effekt, der sich durch das gesamte Finanzsystem ziehen kann. Großen Investoren fehlt das Geld für Übernahmen, da die Zinsen für risikobehaftete Kredite steigen. Gleichzeitig werden die eher risikobehafteten Anlagen in Aktien uninteressanter, da die Anleger dank steigender Zinsen mehr Alternativen haben.

Meine persönliche Meinung

Ich könnte mir gut vorstellen, daß auch in Deutschland die Zinsen für Hypotheken in nächster Zeit weiter steigen und bin froh, daß ich mir Anfang des Jahres den äußerst niedrigen Hypothekenzins direkt für 15 Jahre gesichert habe.

Bei 4,5% Zinsen kann es nicht viel weiter runtergehen, der bisherige Tiefpunkt liegt ungefährt bei 3,6%. Nach oben ist aber noch viel Luft, dabei denke ich an Hochzinsjahre, wo über 10% für eine Hypothek mit Zinsfestschreibung über 10 Jahre zu zahlen waren.

-hr-


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    1. H. Huber-Schmalz
      17.Dezember 2007 | 14:55

      Guter Artikel, aber eigentlich ist es noch viel einfacher.

      Die Todsünde jedes Bankers ist die Gewinnmaximierung durch langfristige Ausleihungen, die kurzfristig refinanziert werden.

      “Aus kurz mach lang”: die lanfristogen Hypotheken (in den USA etwa zwischen 12 und 15 Jahren, mit
      Abzahlungen über die gesamte Laufzeit mittels sogenannter Annuitäten (gleichbleibende Raten, die steigende Abzahlungsquoten und sinkende Zinsquoten enthalten). Da die Qualität schlecht (”subprime”) war wurden sicher höhere Zinsen verrechnet.

      Das Ganze wurde mit kurzfristigen Geldern, die
      für Banken recht billig waren, refinanziert, bis die ersten Hypotheken “sauer” wurden. Dann hat das Finanzsystem plötzlich keine kurzfristigen gelder mehr zur verfügung gestellt und – schwupp, die krise war da.

      Dass man n i e m a l s aus kurz lang machen darf dürfte jeder vAzubi im zweiten Lehrjahr schon wissen, ohne Computermodelle und ohne Abitur und Hochschulabschluss …

      “Gebildet” heisst das, dass die Verfälle auf beiden Seiten der Bilanz kongruent sein müssen.

      So einfach ist das. Aber für die abgehobenen Bankmanager … ????

      Gruss
      Huber-Schmalz

    2. Christopher V
      29.Juni 2009 | 11:21

      Ja alsop beide Erklärungen sind gut, Hubert, deine ist natürlich noch kürzer, aber Ihr Text erinnert mich doch stark an die Erklärung aus C(R)ashkurs (super buch) von Dirk Müller, kann das sein das die Infos auch daraus sind?

    3. hr-
      06.September 2009 | 21:07

      Zwei Jahre sind vergangen, die “kleine” Krise am Subprime-Markt hat sich zu einer weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise entwickelt. Die Theorie mit dem Domino-Effekt hat sich als richtig herausgestellt, lediglich meine Theorie der steigenden Zinsen für die Baufinanzierung ist nicht ganz aufgegangen, Baugeld gibt es im Moment für 4.1 – 4.3 effektiv. Jahreszins – Wenn man denn etwas bekommt.

      Wie geht es weiter? Ich persönlich bin optimistisch – die Menschen (nicht nur in Deutschland) wollen kosumieren, investieren, Geld ausgeben. Innovative Erfindungen Im Bereich Consumer Electronic, alternative Energien oder Automobiltechnik bieten genug Märkte, um auch in Zukunft ein ausreichendes Wirtschaftswachstum zu ermöglichen.

      Man stelle sich vor, es herscht eine Wirtschaftskrise – und keiner macht mit – man kann eine Krise auch herbeireden!

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